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Grundsätzlich haben wir festgestellt:

Um so minderwertiger das Material ist, um so größer das Fahrrisiko. Leider hat unsere Gruppe immer wieder Streetsurfer erlebt, die sich aufgrund des schlechten oder improvisierten Materials verletzt haben oder einfach nicht "vom Fleck" gekommen sind und dann schnell wieder das Interesse am Streetsurfen verloren haben. Zentrale Bedeutung für Sicherheit und Fahrspaß kommt der Beschaffenheit des Skateboards bzw. Rollboards zu.


Rollen

Um Spin-Outs bei radikaleren Manövern bzw. bei stärkerem Wind zu vermeiden, sollten auf der Hinter-achse etwas breitere Rollen (5-8cm) montiert werden. Auf der Vorderachse dagegen, um die Gefahr blockierender Rollen z.B. bei Steinen auf der Straße, zu minimieren und auch den Rollwiderstand zu verringern, sind schmale Rollen (1,5-2cm) empfehlenswert. Die Rollen sollten relativ weich sein, da dadurch der Grip/Halt auf der Straße höher ist (leider jedoch nutzten sich weiche Rollen schneller ab). Ferner gilt, um so größer der Durchmesser der Rollen, desto besser schlucken sie die Straßenunebenheiten und um so ruhiger läuft das Board. Empfohlener Durchmesser: 80mm

Und vergeßt nicht, die Kugellager der Skateboard-Rollen mal kräftig zu ölen. Dann können sie auch bei Feuchtigkeit oder "Pfützenduchquerungen" nicht so schnell einrosten. Ich persönlich schaue mir vor einer Streetsurfing-Session Windstärke und Straßenbeschaffenheit an und montiere dann die passenden Rollen auf das Skateboard.



Achsen

Ganz wichtig: Die Achsen müssen ganz an das vordere und hintere Brettende plaziert werden, sonst gibt es zwangsläufig gefährliche "Wheelies" und "Nose-Dives"!! Wer aber "Nose-Dives" bzw. "Nose-Slides" bewußt fahren möchte, sollte etwa 15cm die Vorderachse von der Brettspitze entfernt montieren. Damit die Reifen bei extremen Manövern (durch die Kippstellung des Boards) nicht am Board reiben oder bremsen können, kann man in das Board Aussparungen bei der Position der Reifen einsägen oder das Brett höher stellen, indem man ein Stück Holz zwischen Achsen und Board einarbeitet.

Ferner sollten die Achsen nicht breiter als das Board sein, d.h. das Board sollte immer die Rollen abdecken, weil man dadurch bei Manövern bzw. beim Notabspringen nicht an den Rollen/Reifen hängen bleiben kann. Diese "Beinfreiheit" ist gerade bei stärkeren Wind ein großer Sicherheitsfaktor!!



Powerjoint

Grundsätzlich ist der beste Punkt für die Befestigung des Powerjoints knapp hinter der Vorderachse bzw. falls technisch möglich, direkt darüber. Dort ist die Stelle für die optimale Kraftübertragung auf die Vorderachse und die stabile Segel rotation bei Manövern bzw. Kicks. Wählt man einen Punkt vor der Vorderachse, gewinnt man zwar mehr Stehfläche auf dem Board, riskiert aber "Nose-Dives" der Brettspitze. Um Kick-Manöver wie z.B. Slam 360°, Volcan, Willy Skipper .. kontrolliert aus führen zu können, sollte der Powerjoint mindestens 15cm von der Brettspitze entfernt sein.


Board

Das Board sollte an den Brettenden etwas aufgebogen sein (siehe handelsübliche Skatboards). Dadurch kann man gerade bei kürzeren Boards, das Brettende leichter erfühlen und es bleibt einem der gefährliche Tritt in die "Leere" erspart. Auch ist eine leichte Aufbiegung an den Brettseiten vorteilhaft, da bei größerem Segeldruck oder Boden-Unebenheiten ein seitliches Abrutschen verhindert wird. Und die Stand-festigkeit zu verbessern, sollte man auf jeden Fall ein rauhes Griptape auf das Board aufkleben. Sehr effektiv sind auch leicht auf das Brett hervorstehende Schrauben- bzw. Nägelköpfe.

Wenn man es auf Trickmanöver abgesehen hat, z.B. Piroettenhalse, sollte das Board mindestens 1m lang sein.



Trapez/ Fußschlaufen (F O R B I D D E N !!!)

Immer wieder höre ich von Windsurfern: "...wenn ich mir nur vorstelle, welche Schleuderstürze ich auf dem Wasser produziere..."

Liebe Freunde, beim Windskaten braucht man kein Trapez, da man i.d.R. bei geringen Windstärken fährt und so ist es obendrein ein sehr gutes Kraftraining für das Wasser. Fußschlaufen braucht man auch nicht, da es auf dem Asphalt keine Wellen gibt und bei Fahrfehlern kann man mit ein wenig Übung problemlos abspringen und auslaufen.



Schutzkleidung

- Helm
- Handschuhe
- Knieschoner
- Ellenbogenschoner
- Abriebfeste Hose z.B. Jeans
(dringend empfohlen)
(empfohlen)
(empfohlen)
(nice to have)
(nice to have)






Um Steißbein und Rückenwirbel zu schützen, kann man auch eine kleinen Rucksack mit weichem Inhalt tragen.


Fahrgelände

Bevor ihr auf die Straße geht, prüft doch mal die Bodenbeschaffenheit auf Schlaglöcher, Verschmutzungen, Ölflecken und feuchte Stellen. Gemein sind auch kleine Steine, die bei langsamer Geschwindigkeit die Vorderräder blockieren lassen können und Staubschichten, die bei radikaleren Manövern (auch mit breiten Reifen) Spin-Outs erzeugen.

Und übrigens: Geht gnädig mit der lebendigen Wendebojen (Passanten) um!!



Windeinflüsse

Im Gegensatz zum Wasser können auf der Straße durch angrenzende Gebäude, parkende Autos, etc. böse Windverwirbelungen oder drehende Winde entstehen. Ich bin einmal bei Speed in den "saugenden Windschatten" eines parkenden Lasters geraten, war gar nicht so lustig ... Seitdem weiß ich, daß man sich in der Nähe größere Objekte auf plötzliche stark nachlassende Segeldruck einrichten muß. Ferner ist wichtig, wenn man hart am Wind fährt (oder anluvt) darauf gefaßt zu sein, daß der Wind plötzlich auf die andere Segelseite (Lee) wechseln kann. Dadurch könnt ihr jedoch genial euer Segelhandling und die dafür notwendige Reflexe für's Wasser trainieren.


Speedfahren

Grundsätzlich nicht zu raten, aber wenn man unbedingt den Adrenalinkick sucht, dann nur bei konstantem Wind (Windwirbel und Böen machen sich bei Speed noch stärker bemerkbar !!). Ferner sollte man seinen Asphalt gut kennen und viel Platz zum Ausrollen haben. Bedenkt: Euer Streetsurfer hat (i.d.R.) keine Bremse und einen verdammt geringen Rollwiderstand und wehe am Ende der Piste kommt noch einmal eine starke Böe. Ich mußte schon ein paar mal bei "ungesundem" Speed abspringen, um nicht in einem Zaun zu donnern oder auf eine befahrene Straße "einzubiegen".

Wenn ich Bock auf`s Speedfahren habe (und der Wind vielleicht noch in so einem günstigen Raumwind-Kurs zur Straße kommt), dann packe ich mir immer die komplette Panzerung meiner Inline-Hockey-Ausrüstung auf den Leib. Dann wird der Teer wieder butterweich....



Trickmanöver

Sowieso die "große Perle" des Streetsurfens. An die schwierigen Trickmanöver langsam und bei wenig Wind herantasten. Vorsicht vorallem bei Manövern, wo ihr mit dem Rücken zur Fahrtrichtung steht (z.B. Backind-Jibe, Monkey Duck-Jibe) und wenn ihr eure ersten Pirouetten auf den Streetsufer dreht, dann machen sich kleine Steinchen doch ungemütlich bemerkbar.


Bremsen

Segel auffieren (Gabelhand lockerlassen) und Schlangenlinien fahren; Mit etwas Übung könnt ihr das Segel beim Auffieren so weit nach vorne drücken, bis es Druck auf die Lee-Seite kriegt. Das bremst dann gewaltig. Falls ihr eine Trittbremse entworfen habt (die nicht im Weg umgeht!) mailt mich bitte an.

Wenn Bremsen nicht mehr reicht, hilft nur noch Abspringen und Auslaufen. Bei geringeren Geschwindigkeiten könnt ihr problemlos mit der Gabel in der Hand auslaufen, euer Material dankt's euch ...



Fazit

Daß sicheres Windskaten möglich ist, zeigt die Tatsache, daß ich dieses Jahr ca. 120 Stunden auf der Streetsurfer zusammengebracht habe (keine Übertreibung, da man auch abends nach der Arbeit wunderbar Surfen kann) und einige Male auch 4-5 Windstärken (laut Windmesser) auf den Asphalt gegangen bin und bis auf 2 leicht geprellte Handgelenke und einem blauen Fleck auf der Hüfte verschont geblieben bin.

Tips, welche Segelgröße sinnvoll für welche Windstärke ist, findet ihr hier.




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